Methoden
Methoden
In dieser Rubrik geht es darum, wie man mit Angaben über Glocken arbeitet – nicht um die Angaben selbst. Wie bestimmt man, wann eine Glocke gegossen wurde? Warum ranken sich um Glocken so oft Legenden? Weshalb weichen Gewichte und Anzahlen in verschiedenen Quellen voneinander ab, und wie liest man Erinnerungen, ohne jede Einzelheit für ein Dokument zu halten? Hier finden Sie außerdem den Katalog eigenständiger Beiträge des Nachschlagewerks für deutschsprachige Leserinnen und Leser.
Ein ehrliches „das genaue Gewicht ist unbekannt“ ist nützlicher als eine schöne Zahl aus der Nacherzählung einer Nacherzählung.
So ist die Rubrik aufgebaut: Beschrieben werden allgemeine Methoden der Quellenarbeit, die sich auf jede Rubrik des Nachschlagewerks anwenden lassen. Wir ziehen keine Schlüsse ohne Quellengrundlage und geben keine religiösen oder politischen Bewertungen ab.
Methoden
Wie datiert man eine Glocke?
Beginnen Sie mit der Inschrift: Auf vielen Glocken sind das Jahr und der Name des Meisters eingegossen. Fehlt eine Inschrift oder ist sie unvollständig, helfen Inventare, Unterlagen von Gießereien, Fotografien sowie Merkmale von Form und Verzierung, die für eine bestimmte Epoche typisch sind.
Wie unterscheidet man Überlieferung und Dokument?
Ein Dokument entsteht in seiner Zeit und nennt in der Regel, wer es wann und wozu verfasst hat. Eine Überlieferung wird mündlich weitergegeben und verändert sich mit der Zeit. Taucht eine Angabe nur in Nacherzählungen und in keinem Dokument auf, sollte man sie als Überlieferung betrachten.
Warum weichen die Zahlen voneinander ab?
Die Gewichte von Glocken wurden in unterschiedlichen Maßeinheiten notiert, gerundet und in Zeitungen und Erzählungen mitunter übertrieben. Deshalb nennt das Nachschlagewerk konkrete Zahlen nur, wenn sie verlässlich belegt sind, und bleibt sonst allgemein.
Wie liest man Erinnerungen?
Berücksichtigen Sie, wann und von wem sie geschrieben wurden, und trennen Sie, was der Verfasser selbst gesehen hat, von dem, was er vom Hörensagen wusste. Daten und Namen aus Erinnerungen prüfen Sie anhand von Dokumenten.
Katalog der Beiträge für deutschsprachige Leser
In dieser Rubrik erscheinen eigenständige Beiträge des Nachschlagewerks für Leserinnen und Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie werden mit Blick auf deren Fragen eigens verfasst und sind keine Übersetzungen von Beiträgen anderer Sprachversionen der Website.
Derzeit enthält der Katalog noch keine eigenständigen Beiträge. Neue Texte erscheinen in dieser Liste.
Themen, die die Redaktion plant
- Schwingen oder anschlagen: deutsches und russisches Glockenläuten im Vergleich
- Die Gloriosa im Erfurter Dom: Geschichte einer berühmten Glocke
- Die Petersglocke im Kölner Dom: was über ihren Guss bekannt ist
- Schillers „Lied von der Glocke“ und das alte Handwerk des Glockengießens
Redaktionelle Grundsätze
- Die Beiträge in diesem Katalog werden für jede Sprachversion eigens verfasst und sind keine Übersetzungen.
- Einige Beiträge verlinken auf Websites Dritter, darunter Gaming-Dienste; auf deren Inhalte, Preise und Bedingungen haben wir keinen Einfluss.
- Wir veröffentlichen keine unüberprüfbaren Wertungen, Zitate oder Angaben über lebende Personen.
Verwandte Rubriken
- Texte und Quellen
Welche Quellen es zur Glockengeschichte gibt und wie man mit ihnen arbeitet: Inschriften, Archive, Zeitungen, Erinnerungen.
- Historischer Kontext
Fünf Epochen der Glockengeschichte in Russland – vom Mittelalter bis zur Rückkehr der Glocken zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
- Der Weg der Glocken: von Moskau nach Cambridge und zurück (auf Russisch)
Der Weg der Glocken des Danilow-Klosters: Verkauf 1930, Cambridge und Rückkehr im Jahr 2008.
Quellen
- Große Russische Enzyklopädie (Bolschaja rossijskaja enziklopedija)
- Enzyklopädische Quellen zur Geschichte der Glocken
Das Nachschlagewerk stützt sich auf enzyklopädische Werke und Veröffentlichungen der Harvard University. Gewichte, Anzahlen und Daten einzelner Glocken weichen in verschiedenen Quellen mitunter voneinander ab – wir geben nur geprüfte Angaben wieder und kennzeichnen, wo genaue Daten fehlen.